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Großbritannien ist zwar gar nicht so furchtbar groß, aber es hat eine großartige Vergangenheit und es gibt auch heute viel Spannendes zu entdecken, was das Land und die Menschen betrifft. Sortiert nach den acht Themen des Legespiels lässt sich hier schnell herausfinden, was ein Brite gerne isst, worüber er lacht und warum der Dudelsack nicht immer so gerne gehört wurde wie heute.

Einfach weiter schauen – es lohnt sich!

01) „Ich musiziere gern“:  Gerade aus Großbritannien kommen sehr viele weltweit bekannte Rock- und Pop-Idole, weshalb Kinder dort besonders gerne Gitarre oder Keyboard spielen lernen. Natürlich wollen sie alle später mal genau so berühmt werden.
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Aber Großbritannien ist nicht nur das Heimatland legendärer Bands, wie den Beatles und den Rolling Stones, oder internationaler Pop-Stars wie Robbie Williams, es hat auch eine lange musikalische Tradition. Dazu muss man wissen, dass zu Großbritannien verschiedene Länder, und damit auch verschiedene Volksstämme zählen. Und jeder von ihnen die haben alle ihrehat seine eigene Musikgeschichte.

Der Dudelsack, zum Beispiel, kommt zwar nicht aus Schottland, gilt aber als typisch schottisches Instrument, weil sein eigenartiger Klang dort seit Jahrhunderten die Musik bestimmt. Die Töne des Dudelsacks wurden außerdem zu einem gefürchteten Schlachtruf der Schotten, meistens im Kampf gegen die Engländer, die immer wieder ihr Land erobern wollten. Das Spielen des Dudelsacks wurde deshalb sogar einmal von den mehrfach siegreichen Engländern verboten. Heute gehören beide Inselteile zum „United Kingdom“ – dem vereinigten Königreich – und der Dudelsack wird auch von der Marching Band des Buckingham Palace gespielt.

Vor allem aus Wales, einem früher ebenfalls unabhängigen Teil Großbritanniens, kommt die britische Tradition der Chorgesänge. In den protestantischen Kirchen wurde und wird viel gesungen, aber auch die Arbeiter aus den Bergwerken schlossen sich zu Männerchören zusammen, um in ihrer Freizeit zu singen. Damit griffen sie die Sing- und Erzählkunst der keltischen Barden wieder auf. Die Barden hatten im Mittelalter die Aufgabe, Legenden und historische Ereignisse in Form von gesungenen Gedichten vorzutragen. Sie unterhielten und informierten damit die Adeligen des Landes über das Geschehen innerhalb und außerhalb der Grenzen. Denn die meisten Menschen kamen damals noch nicht einmal über den Rand ihres Dorfes hinaus.

Britische Chöre aus unserer Zeit singen neben klassischen Stücken auch beliebte Folk- und Popsongs. „Folk Music“ heißt übrigens nichts anderes, als Volksmusik. Nur, dass die britische Volksmusik ganz anders klingt, als die deutsche, denn jedes Land hat seine eigene traditionelle Form der Musik. Und viele Musiker nutzen ihre Lieder immer heute noch, um die Landesgeschichte zu erzählen, oder aber auch zu kritisieren. So, wie es die irische Band U2 mit „Bloody Sunday“ getan hat, einem sehr bewegenden Song über die blutigen Kämpfe zwischen Protestanten und Katholiken in Nordirland.

Musikunterricht in England hat also oftmals sogar einen geschichtlichen Hintergrund. Das tatsächliche Erlernen von Musikinstrumenten ist Teil des nachmittäglichen Schulprogramms , in Form von Chor-, Orchester-, und Theater-AGs. Oder die Kinder bekommen Privatstunden für Gitarre, Blockflöte und Keyboard (elektrisches Klavier).

02) „Ich esse gern“:  Kaum zu glauben, aber das beliebteste Essen der Engländer von heute ist Curry! Das kommt ursprünglich aus Indien und wurde von den Briten übernommen, ähnlich wie Nudelgerichte aus Italien bei uns.
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Die unter dem Namen Curry bekannten Eintopfgerichte sind also von Aus- und Einwanderern aus Indien mitgebracht worden. Typisch Englisch dagegen ist der „Black Pudding“, bei dem es sich nicht etwa um einen dunklen Schokopudding handelt, sondern um Blutwurst! Man isst sie, oder andere Wurstsorten, zum Frühstück, welches auf der Insel sehr üppig ausfallen kann. Das klassische „full English breakfast“ mit Eiern, Speck, in der Pfanne geröstetem Brot und weißen Bohnen in Tomatensauce ist aber nicht mehr so üblich wie die Schüssel Müsli oder ein warmer Haferbrei namens „porridge“.

Weil Kinder und Eltern unter der Woche meistens nicht zu Hause essen, gibt es zum Lunch dann ein mitgebrachtes Sandwich und eine kleine Tüte „Crisps“ – übersetzt Kartoffelchips. Die „Chips“ der Briten sind nämlich unsere Pommes Frites und werden gerne mit einem Stück Backfisch gegessen. „Fish & Chips“ sind das älteste „Fast Food“ Großbritanniens, wobei auch die Chips (unsere Pommes) ursprünglich nicht etwa von dort, sondern aus Belgien stammen. Die Briten sind nämlich der Insellage wegen schon seit Jahrtausenden ein Seefahrervolk. Es bestand bereits im Mittelalter ein regelmäßiger Schiffsverkehr zwischen den britischen Inseln und dem europäischen Festland und die ausländischen Seefahrer brachten ihre Essgewohnheiten gleich mit.

Ähnlich verwirrend wie „Pudding“ und „Chips“ sind noch weitere Namen landestypischer Gerichte. „Short Bread“ (Kurzbrot) zum Beispiel sind Butterkekse, „Bubble and Squeak“ (Blubber und Kreisch) sind gebratene Pfannkuchen aus Kartoffelpüree und Kohl und ein „Toad in the Hole“ (Kröte im Loch) ist ein Auflauf aus Eiern, Milch und Mehl, gemischt mit klein geschnittenen Würstchen.

Natürlich müssen auch britische Kinder Gemüse essen. Abends, oder am Wochenende auch mittags, wird das Dinner, die Hauptmahlzeit des Tages, gekocht. Wenn es dazu nicht gerade eine der oben genannten Lieblingsspeisen gibt, kommen Braten und Kartoffeln mit Möhren, Rosenkohl oder ähnlichem auf den Tisch. Weil aber auch in Großbritannien gesundes Essen durch das vielfältige Fast Food-Angebot auf der Strecke bleibt, machen sich viele Interessengruppen und Vereine für eine gesündere Ernährung stark, vor allem was das Essen in Schulen betrifft.

03) „Ich male gern“:  Wie in anderen europäischen Ländern, malen Kinder in Großbritannien am liebsten das, was sie sehen, oder was sie sich erträumen.
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Was genau das ist, hängt eher vom Kind als von dem jeweiligen europäischen Land ab, da auch der Lebensstil der Menschen sehr ähnlich ist. Schon 1000 Jahre vor Christus hat es Schiffe gegeben, mit denen Waren aus Frankreich nach England transportiert wurden, im Mittelalter war das Reisen über den Ärmelkanal für Kaufleute und Adlige bereits etwas ganz Normales. Kein Wunder also, dass auch Kunst und Künstler ihren Weg auf die britischen Inseln fanden.

Damals wie heute wird also der Geschmack im Bezug auf Bilder vom Alltag bestimmt. Die berühmtesten Künstler des alten Europa kamen eher aus Belgien, Frankreich und den Niederlanden, aber sie besuchten auch die englischen Könige und Königinnen, um sie zu portraitieren. Das war früher ganz normal, schließlich gab es noch keine Fotos, und man hängte in den Schlössern und Burgen gerne die Bilder berühmter Vorfahren auf. Ein Bild von sich selbst hängte man natürlich gleich dazu, um sich als genauso großartig darzustellen. Beliebt waren zudem Malereien von Schlachten, in England vorzugsweise Seeschlachten, auf denen stürmischer Wind die Segel bläht und die Kanonen donnern. Das feindliche Schiff hatte auf diesen Bildern keine Chance, denn wer will schon das Bild einer Niederlage an der Wand haben? Künstler fertigten also Bilder oder Statuen im Auftrag von reichen Adligen oder Kaufleuten, weshalb sie nicht malten, wozu sie Lust hatten, sondern was man ihnen vorschrieb.

Während Großbritannien im Mittelalter aber wenige große Maler vorzuweisen hatte, gab es viele talentierte Architekten und aufgeschlossene Geldgeber, die für den Bau unglaublicher Kirchen und Schlösser bezahlten. Innerhalb von 300 Jahren (1100 – 1400) entstanden in England allein 30 Kathedralen und eine große Zahl riesiger Landschlösser – und das ohne Kräne, Bagger und Beton! Allerdings baute man sie nicht unbedingt für das Volk, sondern weil sich Könige und Bischöfe damit unsterblich machen wollten. Sie waren ein sichtbares Symbol der Macht.

Heute hat sich das Machtverhältnis deutlich verändert. Eigentlich ist es jetzt der Künstler, der die Macht hat, denn er darf mit seinen Bildern Dinge ausdrücken, die man sich sonst vielleicht nicht zu sagen traut. Es nennt sich „künstlerische Freiheit“, wenn ein Maler beschließt, eine berühmte Persönlichkeit besonders hässlich darzustellen oder sie lächerlich zu machen. Das wiederum wäre dann „very British“, denn insbesondere die Briten lieben ironische Späße und haben wenig Angst davor, irgendwelche Grenzen zu überschreiten, im Gegenteil, ein Künstler sichert sich durch so etwas die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit.

04) „Ich trainiere gern“: Großbritannien ist ein Land des Fußballs. Jedes Kind hat „seine Lieblingsmannschaft“ und britische Fußballstars sind weit größere Helden als Robin Hood oder König Arthur.
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Forschungen über die beliebtesten Sportarten britischer Kinder haben zwar ergeben, dass Schwimmen an erster Stelle steht, aber es ist eben sehr viel einfacher, sich mit seinen Freunden auf dem Bolzplatz zum Kicken zu verabreden, als täglich in ein Schwimmbad zu gehen. Außerdem ist Fußball selbst im Fernsehen spannend, man kann das Trikot seines Lieblingsspielers tragen und mit seinen Kumpels fachsimpeln, wie es die Väter tun.

Ein typisch englischer Sport ist Cricket: ein Schlagballspiel, bei dem der Spieler einer Mannschaft versucht, die Bälle des gegnerischen „Bowlers“ (Werfers) mit einem Schläger in die entferntesten Ecken des Spielfelds zu schlagen. Die Mannschaft des Werfers steht auf dem Feld, um die Bälle zu fangen und möglichst schnell zu ihm zurück zu werfen. Es ist ein Baseball-ähnliches Spiel mit sehr komplizierten Regeln und kann über 5 Tage dauern.

Fußball und Cricket sind neben Tennis und Netball (einer Art Basketball) die Sportarten, die an Schulen am meisten gespielt werden. Auch der britische Vorläufer des „American Football“, das Rugby, ist nach wie vor beliebt. Es ist ein sehr raues Spiel, bei dem sich die Mannschaften sogar gegenseitig zu Boden werfen dürfen, um an den Ball zu kommen – genau das Richtige also für Kids, die überschüssige Energien loswerden müssen. Primary und Secondary Schools (Grund- und weiterführende Schulen) bieten die Teilnahme an diesen Sportarten in ihren „Clubs“ an. Diese finden im Anschluss an den Unterricht statt und halten nicht nur fit, sondern sorgen auch für guten Zusammenhalt unter den Schülern.

Der eigentliche Sportunterricht nennt sich in Großbritannien „Physical Education“, also „körperliche Erziehung“ und dazu gehört hier auch das Tanzen. Im Vergleich zu den Lieblingssportarten endlich mal was „mädchenhaftes“, aber auch das kann täuschen, denn das erste schriftlich erwähnte Tor einer Rugbyspielerin fiel schon 1887, in einer Zeit, in der Frauen auf der Straße noch bodenlange Röcke zu tragen hatten.

05) „Ich lerne gern“: In Großbritannien haben es Langschläfer gut, denn die Schule beginnt erst um 9 Uhr. Dafür ist ein Schultag dann ziemlich lang, was aber keinem auffällt, denn die Schule ist so etwas wie ein zweites Zuhause und Kinder und Lehrer haben meist ein sehr gutes Verhältnis zueinander.
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Lesen, Schreiben, Mathe – das sind Fächer, die jeder Grundschüler erst einmal lernen muss, um alles Weitere zu verstehen. Die Frage ist nur, wie? Auch in Großbritannien hat man sich längst von der unglaublich strengen und brutalen Unterrichtsform früherer Jahrhunderte verabschiedet – Schüler sollen ja nicht aus Angst vor Strafe um gute Noten kämpfen, sondern aus eigenem Interesse daran. So arbeiten Kinder mit den Lehrern gemeinsam an Aufgaben, die ihnen etwas schwerer fallen, wenn nötig auch nach dem eigentlichen Unterricht.

Dennoch scheint es auf britischen Schulen meistens sehr förmlich zuzugehen. Es ist zum Beispiel vollkommen üblich aufzustehen, wenn ein Lehrer die Klasse betritt, und man spricht ihn mit „Sir“ (Herr Lehrer) an, nicht mit „Mister Soundso“. Außerdem tragen die Kinder in der Regel eine Schuluniform, was nicht nur einen besonders ordentlichen Eindruck erweckt, sondern den Schülern klar machen soll, dass keiner besser oder schlechter ist als jeder andere. So kann auch keiner mit seinen neuen Klamotten angeben, denn alle tragen das Hemd, den Blazer, und die Hose oder den Rock der Schule. Dazu schwarze Schuhe. Die Regeln auf Harry Potters „Hogwarts School of Witchcraft and Wizardry“ sind also gar nicht so frei erfunden, die Filmszenen über Hogwarts wurden allerdings in mehreren Schlössern und Kathedralen in England gedreht – normale britische Schulen sehen anders aus!

Neben der Uniform gibt es dort noch eine interessante Besonderheit: Jeden Morgen treffen sich die Kinder nämlich erst einmal alle in der Aula zur „Assembly“ (Versammlung). Hier wird häufig noch gebetet und gesungen oder es werden irgendwelche Geschichten erzählt, die den Zuhörern etwas über den richtigen Umgang miteinander aufzeigen. Dieses Zusammensein sorgt dafür, dass sich Schüler nicht nur mit ihren Klassenkameraden verbunden fühlen, sondern gleich mit der ganzen Schule. Und weil die meisten dann auch noch mittags zusammen essen, ist das Wir-Gefühl besonders stark.

Das Lernen ist in Großbritanniens Schulen also keine ganz zwanglose Angelegenheit, aber trotzdem eine tolle Erfahrung. Man lernt nicht nur etwas über Buchstaben, Zahlen und Dinge, man lernt etwas darüber, wie man am besten miteinander auskommt, über Respekt, Höflichkeit und Hilfsbereitschaft … wofür man übrigens keine Kopfnoten bekommt, weil es so selbstverständlich ist.

06) „Ich lache gern“: Der „britische Humor“ ist so einzigartig, dass er zum Namen für diese bestimmte Art des Witzigseins wurde. Denn die Briten lachen über alles, was irgendwie schräg ist, am liebsten über sich selbst.
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Ein Mann betritt eine Arztpraxis. Er hat eine Gurke in der Nase, eine Möhre im linken und eine Banane im rechten Ohr. „Was ist mit mir los?“ fragt er den Arzt. Der antwortet mit unbewegter Mine: „Sie ernähren sich nicht richtig“.

Ernst zu bleiben, während man etwas super Komisches sagt, ist mit das Wichtigste am britischen Humor. Deshalb bezeichnet man ihn auch als „trocken“. Scheinbar vollkommen ungerührt erzählen sich die Menschen alles, vom Auftritt ihres Chefs als Osterhase beim Weihnachtsessen bis hin zur eigenen Unfähigkeit, eine Thunfischdose zu öffnen, ohne sich die Finger zu brechen. Dabei wird natürlich gerne übertrieben, aber gelacht wird erst, wenn die Zuhörer damit angefangen haben.

„Lieber einen guten Freund verlieren, als auf einen guten Witz verzichten“ ist das Motto. Schamlos wird alles, was eine gute Story hergibt, auch dazu verarbeitet, egal ob es um Fremde, Freunde oder Familie geht. Das mag zwar ganz schön gemein erscheinen, aber das jeweilige Opfer weiß natürlich, wie diese Geschichten gemeint sind und lacht mit. Und dann ist es an ihm, eine passende Antwort zu finden. Schlagfertigkeit ist also angesagt. Außerdem achtet man schon ein bisschen darauf, anderen nicht wirklich weh zu tun, und macht sich ja über sich selbst genauso lustig.

Nicht-Briten müssen sich an diese Art des Humors immer erst mal ein bisschen gewöhnen, aber viele bewundern sie dafür, das Leben nicht ganz so ernst zu nehmen. So lassen sich selbst schlimmere Erlebnisse besser verarbeiten und man lacht einfach mehr, anstatt sich über alles und jeden Sorgen zu machen. In einem solchen Umfeld entwickeln auch die Kinder schon sehr früh einen Sinn für Ironie, den Unterschied zwischen dem, was gesagt wurde und was wirklich gemeint war, und haben ihren Spaß an zweideutigen Wortspielen.

Leider sind die meisten typisch britischen Kinderwitze nicht zu übersetzen, aber diese Beispiele helfen möglicherweise, den britischen Humor etwas besser zu verstehen:

Ein Mann kehrt nach einer langen Reise zurück in seine Heimatstadt. Dort stößt er auf eine Trauergemeinde.
„Wer ist gestorben?“ fragt er.
„Ich weiß nicht genau“, antwortet ihm jemand, „aber ich glaube, es ist der in dem Sarg“.

„Warum werden Toiletten von Tankstellen eigentlich immer abgeschlossen? Haben die Angst, jemand könnte sie sauber machen?“

„Was passiert eigentlich, wenn man jemanden zwei Mal halb zu Tode erschreckt?“

Ein Mann ruft in einem Reisebüro an und fragt: „Wie lange dauert ein Flug nach Hongkong?“ Der Reisebüromitarbeiter sagt: „Einen Moment …“. Sagt der Mann „Danke sehr“ und legt auf.

Hält ein Polizist einen Autofahrer an. Sagt der Polizist: „Haben Sie denn nicht gehört, wie ich gerufen habe, dass Sie an den Straßenrand fahren sollen?“ Sagt der Autofahrer: „Tut mir leid, Herr Polizist, ich dachte, Sie hätten ‚Guten Morgen’ gerufen“. „Schon OK“, sagt der Polizist, „Ich wollte Sie auch nur vor dem Stau weiter vorne auf der Straße warnen.“

Aufgabe
Eine sehr bekannte, lustige britische Serie ist „Mr. Bean“. Schaut einmal, ob diese in der Bibliothek oder Videothek auszuleihen ist. Dann könnt ihr zusammen mit eurem Lehrer ein oder zwei Folgen anschauen. Tauscht euch hinterher darüber aus, ob ihr die Serie überhaupt lustig findet. Außerdem könnt ihr euch darüber unterhalten, was daran nun so „typisch britisch“ ist.

07) „Ich schmuse gern“: Natürlich werden auch britische Kinder von ihren Eltern und Verwandten geküsst, umarmt und gedrückt. Aber das bleibt in der Familie, denn im Umgang mit weniger nah stehenden Menschen hält man große Stücke auf Höflichkeit und ist eher zurückhaltend.
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In Großbritannien wird sehr auf das Benehmen geachtet. Kindern wird schon früh beigebracht, lieber zweimal „»Danke“« oder „»Bitte«“ zu sagen, wenn sie etwas brauchen oder bekommen haben, und sich sofort zu entschuldigen, wenn sie vielleicht irgendwie gestört haben. Das gilt natürlich umso mehr für Erwachsene.
Wenn sich zum Beispiel auf der Straße zwei Menschen im Vorbeigehen aus Versehen streifen oder anstoßen, so sagt nicht nur der VerursacherRempler in jedem Fall „»Entschuldigung“«, sondern auch der Angestoßene bittet mit einem „»Sorry!«“ um Verzeihung.

Solche typisch englischen Benimmregeln sind dazu da, den alltäglichen Umgang miteinander so angenehm wie möglich zu machen. Es ist also keine Beleidigung, wenn man jemandem bei der Begrüßung nicht sofort die Hand schüttelt oder ihn gar in den Arm nimmt oder küsst. Es ist Respekt vor der „Privatsphäre“, den Gefühlen des anderen, der den körperlichen Kontakt möglicherweise nicht mag. Stattdessen sagt der Begrüßte wahrscheinlich: „Ees freut mich, Sie kennen zu lernen.“ („pleased to meet you“) und fragt gleich danach, wie es einem geht. Auf ein solches „How do you do?“ wird allerdings stets mit einem „Vvery well, thank you“ geantwortet. Denn, dass es einem nicht wirklich gut geht, würde man wiederum nur engeren Freunden erzählen. Diese Sätze scheinen also nichts weiter mehr als Höflichkeitsfloskeln zu sein, das mit dem Respekt ist aber ernst gemeint.

Eher überraschend sind dafür die vielen Koseworte, mit denen selbst Fremde angesprochen werden, soweit sie auch nur halbwegs sympathisch sind. Unter Jungs und Männern nennt man sich beispielsweise „mate“ (Kumpel), „son“ (Sohn), „chuck“ (Kollege) oder „guv“ (Chef). Mädchen und Frauen wird geschmeichelt mit „my dear“ (meine Liebe), „my flower“ (meine Blume) oder „mye duck“, was nicht etwa „meine Ente“ bedeutet, sondern aus dem altenglischen Wort für Herzog – duce – kommt. Sehr liebevolle Namensgebungen also, für ein Volk, das generell als kühl gilt.

Korrektes Benehmen ist in Großbritannien ein Zeichen der Wertschätzung, heißt aber nicht, dass sich die Menschen weniger lieb haben. Im Kreis der Familie wird liebevolles Verhalten sogar erwartet, und zwar auch Großeltern, Tanten und Onkeln gegenüber. Der von Kindern oft eher gefürchtete feuchte Schmatzer von nahen Verwandten ist deshalb kaum zu umgehen.

08) „Ich spiele gern“: Cowboy und Indianer, Seilhüpfen, Fangen und Verstecken – viele Kinderspiele sind weltweit bekannt und beliebt und man weiß nicht mehr genau, woher sie kommen. Hauptsache ist doch, man kann toben, lachen und herumrennen.
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Wie alle Kinder spielen auch die Jungen und Mädchen in Großbritannien sehr gerne draußen, weil man sich dort am besten austoben kann. Man trifft sich zum Kicken oder Hüppekästchen spielen auf der Straße oder dem Spielplatz, greift zu den Fahrrädern und Skateboards oder klingelt an fremden Haustüren, um dann schreiend davon zu rennen. Solche Späße erlauben sich selbst die ansonsten sehr höflichen britischen Kids.

Und natürlich fragt man sich auch hier, was man mit den Sachen machen anfangen kann, die je nach Jahreszeit einfach so vom Baum fallen. Kastanien zum Beispiel. Der Kastanien-Abschuss-Wettbewerb „Conkers“ ist ein traditionelles britisches Herbstspiel, bei dem man seine Kastanie an einer Schnur aufhängt und versucht, die ebenfalls an einem Faden baumelnde Kastanie des Gegners so lange mit der eigenen zu beschießen, bis diese total kaputt ist. Trifft man aber einmal nicht, ist der andere dran. Pro Kastanie bekommt man einen Punkt. Wer einen Gegner besiegt, der bereits mehrere Punkte hatte, bekommt dessen Punkte dazu. Wer als erstes 100 Punkte hat, gewinnt.

Auch ein mittlerweile sehr bekanntes Kommandospiel namens „Simon says…“ kommt ursprünglich aus England. Kinder folgen hier den Befehlen des zum Simon gewählten Kindes. Das Kind sagt „Simon says jump“ (spring) und alle springen. Es sagt „Simon says tickle your nose“ (kitzle dich an der Nase) und die Kinder machen das. Lässt der Simon aber das „Simon says“ weg, so dürfen die Kinder das Kommando nicht befolgen. Man muss also gut hinhören, denn wer einen Fehler macht, scheidet aus. Das letzte mit Simon spielende Kind hat gewonnen und wird nun selbst zum Simon.

Passend zu ihrem Sinn für Humor, haben sich die Kinder aber auch ein paar gemeine Varianten allgemein bekannter Spiele einfallen lassen. Zum Beispiel für das Spiel „Wer zuerst lacht, hat verloren“. Denn hier geht ein Kind auf die anderen Mitspieler zu und macht ihnen vielleicht eine Liebeserklärung. Und welches Kind kann schon ernst bleiben, wenn es von einem anderen gefragt wird „Honey, do you love me?“ („Meine Süße, liebst du mich?“). Das ist zwar meistens ein bisschen peinlich, aber gerade das sorgt doch für den größten Spaß.

Auch das Fernsehen ist in Großbritannien eine beliebte Freizeitbeschäftigung der Kinder. Angeblich verbringen sie durchschnittlich 25 Stunden pro Woche damit, Spiele-Sendungen, Wissensprogramme und Serien zu gucken. Dazu kommen viele Stunden an der Spielekonsole und dem Computer. Wenn aber draußen die Sonne scheint oder die Freunde rufen, ist das natürlich für die meisten Kids viel spannender, als in der Bude zu hocken. Klar, denn wer ist schon lieber allein?

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